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OLG Bamberg zur Anfechtung einer Erbausschlagung

22. Oktober 2022/in Erbrecht/von Rechtsanwalt Wörtz

Die formgerechte Anfechtungserklärung bezüglich einer vorausgegangenen Erbausschlagung erfordert bei Abgabe der Erklärung in öffentlich beglaubigter Form den Eingang der Originalurkunde beim Nachlassgericht.

Die Übermittlung der als Papierurkunde erstellten notariell beglaubigten Anfechtungserklärung in Gestalt einer pdf-Datei über das besondere elektronische Anwaltspostfach an das Nachlassgericht reicht zur Wahrung der erforderlichen Form für eine wirksame Anfechtung der Erbausschlagung nicht aus.

Die Anfechtungserklärung kann nur binnen sechs Wochen erfolgen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt.

So hatten in dem vom Oberlandesgericht Bamberg entschiedenen Fall Geschwister eine Ausschlagungserklärung angefochten. Eine beglaubigte pdf-Datei ging per besonderem Anwaltspostfach raus und das Original wurde per Post hinterhergeschickt. Dieses kam jedoch nach Ablauf der Frist beim zuständigen Gericht an und konnte damit die Erbausschlagung nicht mehr aufheben.
Quelle: Oberlandesgericht Bamberg, Beschluss v. 21.3.2022 – 2 W 35/21

Schlagworte: Anfechtung einer Erbausschlagung, Erbrecht, Erbusschlagung
https://kanzlei-woertz.de/wp-content/uploads/2021/01/dokument-wird-gelesen-Kanzlei-Woertz-Winnenden.jpg 3840 5760 Rechtsanwalt Wörtz https://kanzlei-woertz.de/wp-content/uploads/2020/07/logo_woertz.png Rechtsanwalt Wörtz2022-10-22 13:46:172022-10-22 13:46:27OLG Bamberg zur Anfechtung einer Erbausschlagung
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