Aufgepasst bei der Auswahl des Pflegeheims

Über diese Nachricht aus den Stuttgarter Nachrichten bin ich gestern gestolpert:
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.maengel-in-pflegeheim-in-ludwigsburg-seniorenresidenz-droht-zwangsschliessung.7ccdf6e0-9b27-4ea5-8ea1-b412a93b3d2b.html

Aufgrund diverser Mängel wurde ein Pflegeheim in Ludwigsburg geschlossen. Ich persönlich kenne dieses Pflegeheim nicht. Weder mit diesem Pflegeheim noch mit dem Betreiber hatte ich bislang beruflich zu tun gehabt. Es zeigt jedoch wie wichtig die Auswahl des Pflegeheims ist. Neben Faktoren wie Lage, Erreichbarkeit bei Besuchen, Renovierungszustand, Personal gibt es viele weitere Aspekte bei der Auswahl eines Pflegeheims zu berücksichtigen: Bedarf der Betroffene spezieller Pflege, weil er etwa eine Trachealkanüle hat? Wie ist das Essen? Gibt es einen Garten oder einen Park in der Nähe? Für viele Betroffene oder deren Angehörige ist es nicht ganz klar, was das beste Pflegeheim ist oder man fühlt sich in Anbetracht der vielen Aufgaben mit der richtigen Auswahl überfordert. Es hilft, wenn man sich beizeiten schon mal Gedanken macht oder sich vorab die Pflegeheime anschaut. Gute Pflegeheime sind meistens auch sehr gut belegt oder gar ausgebucht. Hier macht es Sinn sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Und wenn man sich mit der Entscheidung überfordert fühlt und Hilfe benötigt: Ein Vorsorgeanwalt wird Ihnen helfen können. Meist kennt er eine Vielzahl an Pflegeheimen selbst und kann wertvolle Tipps und Hinweise bei der Auswahl geben.

2 Kommentare
  1. Alexander Sanz
    Alexander Sanz sagte:

    Gute Pflegeheime sind aber auch dementsprechend gefragt und meist teuer. Wenn die zu pflegende Person eine geringe Rente hat und die Pflegesätze nicht ausreichend sind, kommen eventuell erhebliche Kosten auf die Nachkommen zu. Es ist ein großer Unterschied, ob man 500 Euro oder 2.500 Euro monatlich zuzahlen muss.

    Meines Erachtens ist es am wichtigsten, sich selber ein persönliches Bild von dem jeweiligen Pflegeheim zu machen und mit dem Träger und dem Pflegepersonal zu sprechen, um sich selbst ein Bild zu machen. leider kann man sich auf „Ratings“ zumeist eben nicht verlassen.

    Die richtige Balance zwischen Qualität des Pflegeheims und Kosten tragen dazu bei, dass dieser wichtige Schritt für alle erträglich ist.

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    • Rechtsanwalt Wörtz
      Rechtsanwalt Wörtz sagte:

      Die Sätze der meisten Pflegeheime bewegen sich meiner Erfahrung nach in einer ähnlichen Größenordnung. Klar gibt es bestimmte Luxus-Pflegeheime, die nur für wohlhabende Menschen erschwinglich sein dürften. Ich denke da etwa an das Hotel Collegium Leoninum in Bonn mit einem bemerkenswerten Konzept von Altersheim und Tagungshotel. Und bei der Zuzahlung der Angehörigen: wenn die Eigenmittel des Betroffenen nicht ausreichen, dann wird zunächst mal Sozialhilfeantrag gestellt. Anschließend prüft das Sozialamt einen möglichen Regress gegen die Angehörigen. Und ja, da könnte es im Rahmen der eigenen Leistungsfähigkeit natürlich zu Unterhaltsansprüchen kommen.
      Das persönliche Bild vom Pflegeheim und seinem Personal ist meines Erachtens nach durch nichts zu ersetzen. Die Ratings halte ich – sei es bei Pflegeheimen oder auch bei Ärzten, Anwälten oder für welchen Bereich diese auch immer diese gemacht werden – für zweifelhaft. Mitunter treten ja bestimmte Unternehmen schon als Sponsoren auf und wecken zumindest Zweifel an der Unabhängigkeit der Jury.
      Es gibt einige Pflegeheime, die mir persönlich sehr gut gefallen haben und die preislich sehr moderat sind, gerade in Eurer Umgebung im Schwäbischen Wald. Wunderbare Natur, aber für viele Menschen ist die Entfernung zur bisherigen Lebensumgebung und die schwere Erreichbarkeit für die Angehörigen und Bekannten ein Ausschlussgrund für die Heime in dieser Gegend.

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